HamsterOase
Hamsterzubehör wie im Paradies

Leitfaden zur Hamsterhaltung

Leitfaden zur Hamsterhaltung

 

 

GEHEGE

Empfehlung des TVT e.V. = mindestens 0,5m² ( 100x50x50cm BxLxH)

Sicherer ruhiger zugluftfreier Standort, nicht in der prallen Sonne

Raumtemperatur 18-21° sind ideal, ab 26° Raum und Gehege (von außen!) abkühlen, um einem Hitzeschlag zu vermeiden

 

EINRICHTUNG

20cm Einstreu, gemischt mit Heu, alternativ Hanfstreu bei Mittelhamstern mit langem Fell (Longhair=LH, Teddy)

Sandbad in ausreichender Größe mit Chinchilla Sand, kein Vogel- oder Spielsand, dieses dient zur Fellpflege und als Toilette

Schlafhaus ohne Boden mit abnehmbaren Dach, je nach Hamsterart und -größe mit mindestens zwei bis drei Kammern mit ausreichend Platz. Eingänge müssen einen Durchmesser von 5,5 cm bei Zwerghamstern und mindestens 7,5cm bei Goldhamstern betragen

Röhren aus Ton, Kork, Holz oder Pappe

Kein Nadelbaumholz, nur unbedruckte/s Pappe/Papier, als Nistmaterial keine Hamsterwatte, sondern Kapok, Baumwolleinstreu, Safe Bed, Toilettenpapier (unparfümiert, unbedruckt, chlorfrei gebleicht) oä

Äste und Laub von Laub- und Obstbäumen

Trinkwasser in der Trinkflasche oder aus dem Napf (täglich frisch)

Für Frischfutter ein weiterer Napf

Laufradmit geschlossener Rückwand und Lauffläche, Roborowski ab 20cm, Zwerghamster ab 25cm, Mittelhamster ab 30cm Durchmesser um Rückenschäden vorzubeugen

Beschäftigung: Buddelboxen, Freilauf, Futterspielzeug

Hamster haben kein Höhenempfinden und „stürzen“ sich aus jeder Höhe hinunter. Daher ist auf eine Fallhöhe von höchstens 15-20cm im Gehege zu achten. Bei eine größeren Höhe kann es zu Verletzungen oder gar Tod führen

Eine Außenhaltung ist NICHT möglich!

 

ERNÄHRUNG

Ein- bis zweimal in der Woche Frischfutter (mehr Gemüse, bei Goldis auch ab und zu Obst

Trockenfutter gibt es nur Online, geeignetes Futter erhaltet ihr von den in der Liste aufgeführten Shops (z.B. FutterParadies, Mixerama, MYP, Nagerküche, etc)

Eiweiß ist eine wichtige Proteinquelle, getrocknete oder lebende Insekten (Mehlwürmer, Seidenraupen, Heuschrecken, Bachflohkrebse), Süßwasserfische, alternativ, wenn gar keine natürlichen Eiweißlieferanten gefressen werden, ungesüßter, Laktose freier Naturjoghurt oder Quark mit geringem Fettanteil

Täglich frisches Wasser

Beschäftigungsfutter: Kolbenhirse, Silberhirse, Dari, Soghrum, Flachs, Sonnenblumenkerne (gern als ganzer Kopf), Hauptfutter im Gehege verstreuen

Leckerchen: z.B. Pinienkerne, Walnusskerne, Haselnuss, Kürbiskerne, Gurkenkerne

 

AUSLAUF / FREILAUF

Gesichert, d.h. kein beklettern (hinterklettern!) von Heizung , Schrank, Sofa, Kommode etc

Nur unter Aufsicht

Ein fest aufgebauter Auslauf (gibt es auch steck- und klappbar, um es tagsüber zu vertrauen) kann auch mal unbeaufsichtigt genutzt werden



HALTUNG UND HANDLING

Einzelhaltung, Hamster verteidigen ihr Revier gegen jeden Eindringling bis zum Tod

Keine Gruppenhaltung, auch kein mixen der verschiedenen Arten in einem Gehege

Bitte keine Verpaarung ansetzen, durch schlechte Verpaarungen/Gene entstehen Missbildungen (blinde Tiere, nackt, krank durch Tumore,…). Es werden in der Regel und je nach HamsterArt 4 bis 18 Welpen geboren, die mindestens 6 Wochen intensive Betreuung und Pflege benötigen, danach steht noch eine Vermittlung in artgerechte zu Hause an, was auch länger dauern kann und dann braucht man wiederum für jeder Baby ein geeignetes Gehege. Gewinn macht man an der Sache auch nicht, denn eine Aufzucht kostest pro Tier weit mehr als 15 Euro.

In den ersten Tagen bis Wochen bei euch im neuen Gehege brauchen die Hamster eine Eingewöhnungszeit und Ruhe, kein anfassen, keine Veränderungen. Nach ein bis zwei Wochen kann man langsam mit der Gewöhnung und Zähmung beginnen, den Hamster vollquatschen und mit Futter/Leckerchen zur Hand locken, nicht bedrängen! Lasst den Hamster zu euch kommen.

Es sind keine Kuscheltiere! Sie sind hauptsächlich nachtaktiv, daher nicht für (Klein-)Kinder geeignet. Hamster sind Beobachtungstiere und nicht jeder wird so zahm, dass man ihn auch streicheln oder hochnehmen kann. Durch die späten Aufstehzeiten erschwert ihr eurem Kind den Kontakt, denn wecken des Hamsters ist Tabu, es stresst den Hamster (wer will auch schon mitten in der Nacht aus den schönsten Träumen gerissen werden) und verkürzt dadurch die Lebenszeit. Auch kann Wecken zu Aggressionen führen und der Hamster wird zum Beißer.

 

TIERSCHUTZWIDRIGES ZUBEHÖR

Im Handel angebotene Häuser aus Nadelbaumholz wird mit der Zeit anfangen zu harzen, was Backentaschen und Fell verkleben kann. Zusätzlich sind diese Häuser genagelt (Verletzungsgefahr beim benagen) oder mit Heißkleber (giftig) geklebt.

Kein Joggingball!! Der Hamster läuft nicht gerade in der Kugel (Wirbelsäulenverkrümmung) und jede Erschütterung durch Hinternisse, die angelaufen werden, bekommt der Hamster Angst und erleidet Schmerzen = Panik!

Hamsterwatte wird synthetisch hergestellt, kann zu Damverschlüssen führen, schnürt Beine und Pfoten ab

Speichenlaufräder aus Metall verfügen meist über einen Schereneffekt

Einstreu mit Duft- und Farbstoffen verwirrt den Hamster durch den Geruch

Häuser aus Plastik (Feuchtigkeitsbildung durch Atmung und Urin)

Napf aus Plastik (splittert beim benagen)

Etagen und Leitern aus Plastik (splittert beim Brechen und benagen)

Futter mit Honig, Melasse, Zucker, Hefe, Zusatzstoffe

Auch hierfür gibt es ein Merkblatt vom TVT

 

HAMSTER UND TIERARZT

Frisst und trinkt der Hamster nicht, hat er struppiges Fell, einen nassen Popo (auch 1 Stunde nach der Morgentoilette und dem Putzen), ein verklebtes Auge, über Tage eine dicke Backentasche, Gnubbel wie Tumore oder Abzesse, eine dicke Pfote und/oder humpelt, kommt euch der Hamster verändert und inaktiv vor, hat er kahle Stellen oder kratzt sich ständig  -> AB ZUM TIERARZT !

Ich weiß, dass die meisten Tierärzte ab 19 Uhr keine Sprechzeiten mehr haben und die Praxis nicht besetzt ist, deshalb sollte man im Vorfeld schon klären, welcher hamsterkundige Tierarzt in der Umgebung einen Notdienst anbietet.

 

UNTERBRINGUNG IM URLAUB

In den Ferien kann der Hamster höchstens 2 Tage ohne Betreuung auskommen. Es sollte sich frühzeitig um geeignete Personen bemüht werden, die den Hamster entweder zu Hause im gewohnten Revier versorgen und im Ernstfalls zum Tierarzt gehen, oder man sucht eine Pflegestelle, wo man sein Tier für die Urlauszeit in Obhut gibt.

 

TIPP VOR DER ANSCHAFFUNG

Sprecht mit erfahrenen Haltern, schaut euch die Haltung vor Ort an. Stellt Fragen, schaut euch gute Beispiele ab. Belest euch auf anderen Seiten im Internet, die nach 2014 aktualisiert wurden (Linksammlung). Auf www.Tierschutz-TVT.de gibt es tolle Merkblätter für jeder Tierart in der Heimtierhaltung, nach denen man sich richten sollte, um das Wohl der Tiere und ein langes, glückliches Leben zu ermöglichen. Kauft kein Tier im Zoohandel, Baumarkt oder bei einem Vermehrer. Dadurch wird das Leid der Zuchttiere (Elterntiere) zu katastrophalen Bedingungen gefördert. Dazu findet man auch passende Videos und Seiten im Internet.

Holt euch Tiere aus dem Tierheim, den Pflegestellen (Privat oder Verein) oder empfohlenen und seriösen Züchtern, dort werdet ihr auch über Charaktereigenschaften, Vorlieben und Verhalten des Hamsters informiert.

Besucht VOR der Anschaffung von Gehege, Einrichtung, Futter und Co. das Wunschtier und dessen Aufenthaltsort, um nach den Bedürfnissen des Tieres die Anschaffungen zu tätigen. Sonst gibt man womöglich unnötig doppelt Geld aus.

 

SERIÖSE ZÜCHTER UND VERMEHRER

Vermehrer werden in unseren Kreisen Personen genannt, die absichtlich Hamster verpaaren, ohne Genetik und Herkunft zu kennen. Durch Fehlverpaarungen entstehen kranke Hamster mit Missbildungen. Für den Zoohandel wird auch so „gezüchtet“, egal was euch die Verkäufer erzählen, wie toll deren „Züchter“ sind. Im Einkauf kostet ein Hamster um die 3 bis 5 €, dafür kann kein „Züchter“ einen Hamster gesund und artgerecht über 6 Wochen aufziehen.

Auch werden Jungtiere weil zu früh mit 3-4 Wochen in den Handel gegeben, unterentwickelt im Körperbau und Verhalten. Meist erfolgt auch keine Geschlechtertrennung und eine Schwangerschaft der viel zu kleinen Weibchen ist vorprogrammiert.

Der Vermehrer achtet nicht auf seine Zuchthamster, sondern ist nur daran interessiert, Geld zu machen und das Tier schnell los zu werden ohne groß Fragen zu stellen.

Zwerghamster Pärchen produzieren in Privathaltung meist 2-3 Würfe, bis das Pass getrennt wird und der Halter einschreitet. Bei Goldhamstern vertreibt die Mutter den Vater und es wird meist früher eingegriffen.

Ein seriöser Züchter und auch eine Pflegestelle hingegen nimmt sich Zeit für den Interessenten, fragt nach der Haltung, gibt gegebenenfalls Verbesserungsvorschläge, welches Futter das Tier frisst. Er kennt sein Tier einfach und es ist ihm wichtig, dass gut für das Tier gesorgt wird. Meist werden Schutzverträge im Sinne des Tieres bei Abgabe geschlossen, um bei eventuellen Misständen eingreifen zu können.

 

SCHLUSSWORT

Im Zoohandel sind das Verkaufsgespräch und die Beratung zum Tier sortimentsorientiert. Hamster werden in zu kleine Gitterkäfige mit engen Plastikröhren verkauft, dazu ein zu kleines Rad, weil was anderes gar nicht in den Käfig passt, Zucker haltiges Futter und Hamsterwatte dazu, Streu mit Duftstoffen gegen den Eigengeruch des Markierens und für die Bewegung einen Joggingball. Das gibt der Großteil des freien Handels her. Die Verkäufer werden auf die Produkte geschult, diese gut anzupreisen, ob das optimal fürs Tier ist, interessiert in diesem Moment nicht, denn die Regale müssen leer werden und der Umsatz muss stimmen. Das Tier selbst dient als „Köder“, um Kunden an den Laden zu binden und die Produkte zu verkaufen. „Es dient als ‚Zusatzgeschäft‘ und wäre nicht notwendig in Bezug auf den Umsatz“, ist eine Aussage eines Baumarktbetreibers, der den Lebendverkauf auch mittlerweile eingestellt hat.

Ich kann nur bitten, sich VORHER über das Tier zu erkundigen, es evtl auch VORHER zu händeln und zu pflegen, es VORHER erleben.

Belest euch, besucht das Tier, stellt Fragen!


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